Das Buch der ungeschriebenen Geschichten - ein Blog

Stadt_11.jpg
Die Kölner Sage über die kleinen Helfer, die während die Menschen schliefen deren Arbeit verrichteten, ist in ganz Deutschland bekannt. 1836 schrieb der aus Breslau stammende August Kopisch auf ihrer Grundlage ein Gedicht, das ursprünglich als preußische Kritik an den in den Tag hinein lebenden kölschen Frohnaturen entstand. Doch heute erinnert sich daran niemand mehr und es würde wohl auch niemanden stören, selbst eine Weile lang nicht mehr arbeiten zu müssen. Die Geschichte der Heinzelmännchen ist im 1899 anlässlich des 100. Geburtstags von Kopisch errichteten Heinzelmännchenbrunnen dargestellt, der am Hof, vor dem Brauhaus Früh, bewundert werden kann und an dem sicherlich besonders die kleinen Besucher Kölns gefallen finden werden. Wer sich nicht mehr genau an die Geschichte erinnert, der kann hier noch einmal das Gedicht lesen: (Geschichten aus der alten Heimat...)
 
August Kopisch: Die Heinzelmännchen zu Köln
Wie war zu Köln es doch vordem
Mit den Heinzelmännchen so bequem!
Denn, war man faul,... man legte sich
Hin auf die Bank und pflegte sich:
Da kamen bei Nacht,
Ehe man's gedacht,
Die Männlein und schwärmten
Und klappten und lärmten,
Und rupften
Und zupften,
Und hüpften und trabten
Und putzten und schabten...
Und eh ein Faulpelz noch erwacht,...
War all sein Tagewerk... bereits gemacht!

Die Zimmerleute streckten sich
Hin auf die Spän' und reckten sich.
Indessen kam die Geisterschar
Und sah was da zu zimmern war.
Nahm Meißel und Beil
Und die Säg' in Eil;
Und sägten und stachen
Und hieben und brachen,
Berappten
Und kappten,
Visierten wie Falken
Und setzten die Balken...
Eh sich's der Zimmermann versah...
Klapp, stand das ganze Haus... schon fertig da!
Beim Bäckermeister war nicht Not,
Die Heinzelmännchen backten Brot.
Die faulen Burschen legten sich,
Die Heinzelmännchen regten sich -
Und ächzten daher
Mit den Säcken schwer!
Und kneteten tüchtig
Und wogen es richtig,
Und hoben
Und schoben,
Und fegten und backten
Und klopften und hackten.
Die Burschen schnarchten noch im Chor:
Da rückte schon das Brot,... das neue, vor!

Beim Fleischer ging es just so zu:
Gesell und Bursche lag in Ruh.
Indessen kamen die Männlein her
Und hackten das Schwein die Kreuz und Quer.
Das ging so geschwind
Wie die Mühl' im Wind!
Die klappten mit Beilen,
Die schnitzten an Speilen,
Die spülten,
Die wühlten,
Und mengten und mischten
Und stopften und wischten.
Tat der Gesell die Augen auf,...
Wapp! hing die Wurst da schon im Ausverkauf!
Beim Schenken war es so: es trank
Der Küfer bis er niedersank,
Am hohlen Fasse schlief er ein,
Die Männlein sorgten um den Wein,

Wer ist online?

Aktuell sind 115 Gäste und keine Mitglieder online